Archiv für Mai 2016

2013 Die Deutschpop-Jury

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Die Rolling-Stone-Redaktion der US-Ausgabe hat die 500 besten Alben aller Zeiten gewählt. Die deutsche Redaktion hat diese Liste um die 50 besten nationalen Alben ergänzt.

■ Die 50 besten deutschen Alben aller Zeiten

Die Juroren:

(Unter den 500 besten Alben aller Zeiten waren leider keine DEUTSCHEN. Das fanden wir gemein).

Andreas Läsker, Blixa Bargeld, Christoph Dallach, Max Dax, Jan Delay, Bernd Dopp, Willy Ehmann, Christof Ellinghaus, Birgit Fuß, Beat Gottwald, Thomas Groß, Torsten Groß, Anne Hamanns, Olaf Heine, Joachim Hentschel, Birgit Heuzeroth, Alfred Hilsberg, Klaus Kalaß, Schorsch Kamerun, Andrian Kreye, Albert Koch, Daniel Koch, Eric Landmann, Udo Lange, Daniel Lieberberg, Tom Liwa, Anna Loos, Mark Löscher, Wolfgang Niedecken, Patrick Orth, Eric Pfeil, Jan Plewka, Peter Radszuhn, Tobias Rapp, Stephan Rath, Stefan Reichmann, Tim Renner, Ruben Jonas Schnell, Frank Spilker, Carsten Stricker, Arnim Teutoburg Weiss, Peter Urban, Stephan Velten, Uwe Viehmann, Benjamin von Stuckrad-Barre, Klaus Walter, Jürgen Ziemer.

Rolling Stones, 7. Mai 2013

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2011 Deutschpop, Krisenländer, Goethe-Institut

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■ Man spricht DEUTSCH

Die deutsche Sprache erlebt in Europa eine Renaissance.
Nach jahrelang stagnierenden Zahlen registrieren die Goethe-Institute in den südeuropäischen Krisenländern und in Osteuropa ein sprunghaft gestiegenes Interesse.

Mit Englisch kommt man durch, mit Deutsch kommt man weiter“, so beschreibt der Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann, den Trend.

Die Welt, 30 10 2011
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1999 „Kulturschaffende“

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■ SINGENDE FAZ-HERAUSGEBER

Stalin, Freund, Genosse
Unerhörte Klänge und unglaubliche Worte erfüllten das Allerheiligste der „Frankfurter Allgemeinen“, den großen Konferenzraum: „Stalin führte uns zu Glück und Frieden, unbeirrbar wie der Sonne Flug“, sang da eine männliche Stimme zwischen Buffo und Baß, nicht professionell geformt, aber doch talentiert und von der Sache beseelt „Langes Leben sei dir noch beschieden, Stalin, Freund, Genosse treu und klug“. Der Name des Belcantors: Johann Georg Reißmüller, 66, Ende Februar ausscheidender „FAZ“-Herausgeber, ein verdienter Journalist, der die klassischen Kriterien des Kalten Kriegers und langjährigen Kommunistenfressers vorbildlich zu erfüllen scheint. Auf seiner wegen des Andrangs in zwei Tranchen aufgeteilten Abschiedsfeier präsentierte der leidenschaftliche Antikommunist ein bizarres Potpourri aus dem Musikschaffen der DDR darunter Leckerbissen wie die SED-Parteihymne von 1950 mit dem Refrain „Die Partei, die Partei, die hat immer recht“, das Thälmann-Lied und das „Lied von der blauen Fahne“. Zuvor war in monatelangen Mühen nach den altrevolutionären Weisen gefahndet worden. Verschollene Texte mußten an Hand alter Aufnahmen transkribiert werden, bevor die Hymnen auf den Sozialismus einstudiert werden konnten. Ein Tonbandmitschnitt des musikhistorischen Ereignisses, der dem SPIEGEL vorliegt, bezeugt den Beifall der Belegschaft für das wiedererweckte Liedgut des 1989 endgültig besiegten Klassenfeindes. Augenzeugen berichten, daß im Publikum DDR-Fähnchen geschwungen wurden. Noch rätseln Interpreten dieses surrealen Auftritts, ob es sich dabei um ein Symptom der neuen deutschen Spaßgesellschaft handelt, um den symbolischen Abschluß eines Lebenswerks „Der Reißmüller, der Reißmüller, der hat immer recht“ oder um den Vorklang der „Berliner Republik“. Originalton Reißmüller: „Auferstanden aus Ruinen / und der Zukunft zugewandt / laß uns dir zum Guten dienen / Deutschland, einig Vaterland.“ Den Schluß des denkwürdigen Auftritts markierte Reißmüller jedenfalls wieder klassisch kühl: „Die Konferenz ist beendet.“

Der Spiegel, 01.02.1999

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2007 Spex, Berliner Seiten , FAZ, Verbrecher-Verlag, Suhrkamp

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■ Underground

Ganz nebenbei hat Dietmar Dath eine steile Karriere hingelegt: als Journalist von der Spex, den Berliner Seiten der FAZ bis direkt ins Epizentrum des Bildungsbürgertums, dem FAZ- Feuilleton. Als Autor vom feinen kleinen Verbrecher Verlag über den eigenen Implex-Verlag in das Herz der deutschen Geisteselite: zu Suhrkamp. Ein Marsch durch die Institutionen: von den Rändern der Subkultur mitten rein in die Gegenwartsliteratur.

de:bug, 10.2.2007

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2005 Bundeskulturstiftung + Poplinke

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■ Staats-Pop

Denn so profiliert Diederichsen als Spex-Herausgeber war und als Autor für alle möglichen Zeitungen von Jungle World bis Süddeutsche heute immer noch ist – seine Behauptungen und ästhetischen Richtungsangaben konnten ihre Kraft auch deshalb entfalten, weil er niemals müde wird, sie als Lobbyist hinter den Kulissen durchzusetzen. Er mag nicht der einzige gewesen sein, der

in der Jury saß, die die Bundeskulturstiftung bei der Vergabe ihrer Gelder beriet,

doch es gab Partys linker Kulturschaffender in den letzten Jahren, wo die Zahl derjenigen, die ihre Miete direkt oder indirekt von der Bundeskulturstiftung bezahlt bekamen, locker die Zahl überwog, die sich anderswo ausbeuten.

Umso abstruser natürlich Poschardts Vorwurf, Diederichsen hätte die Verbindung zur Realität verloren. Dies ist Realpolitik. Sie glaubt bloß nicht, dass Deutschland und die Volksbühne sich ausschließen müssten.

Taz, 15.11. 2005, Tobias Rapp (jetzt Spiegel)

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2002 Ende der BERLINER SEITEN der FAZ

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■ FAZ-Pop

Was ist los in FFM? … Erst wollen sie mit der gesamten Feuilleton Redaktion nach Berlin ziehen, haben Pläne für eine englischsprachige Ausgabe und dann? Die Berliner Seiten, die Diedrich Diedrichsen bei ihrem Erscheinen als

eine der großen journalistischen Neuerungen

abgefeiert hatte, werden, so jedenfalls eine Meldung von Horizont.net, ab Juli eingestellt. Mit Sicherheit spart das Kosten, …dieses nicht nur durch seine Kommentare auf der Titelseite

immer noch sehr klassischen CDU Mediums,

aber ist die neue Mitte … wirklich so ganz vom Tisch, dass sich nicht mal mehr eine 8-Seitige Berichterstattung von Berliner Volksfesten, Bahnproblemen, Schlossideologien, Vogelgesängen, Fussballunsinn und ähnlichem lohnt? War nicht Florian Illies Generation Golf ein echtes Auflagenargument für eine Zeitung, die …auf ihr Hauptzugpferd, die Wirtschaftsberichterstattung eigentlich nicht mehr setzen kann? Nicht dass wir trauern, aber ein wenig mehr … Standortpolitik hätten wir schon erwartet. Aber vielleicht gibt es ja nach den Wahlen dann ein Relaunchprojekt. (Poschardt, lass Dich von DENEN nicht als Poprechter bezeichnen!)

De:bug, 19.06.2002
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GJ, Kontakt: dbd (at) riseup.net
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